KIRCHE UND SCHULE ARNSDORF

Museum Arnsdorf: in dieser Schulklasse unterrichtete Franz Xaver Gruber

 

In Arnsdorf entstand die Melodie

Das Schulhaus ist die Wiege des Weihnachtsliedes. Dort hat der Dorfschullehrer und Organist Franz X. Gruber 1818 die Melodie komponiert. Das Haus ist heute wie ehedem Schule; die längst bestehende Schule Österreichs, in der unterrichtet wird. Im ersten Stock, dem Wohnbereich von Gruber, ist das Museum eingerichtet.

Es gilt als erwiesen, dass Franz Xaver Gruber die Melodie zu „Stille Nacht!“ im Schulhaus zu Arnsdorf, wo er wirkte und wohnte, geschrieben hat. Das Schulhaus wirkt wie unverändert. Im Untergeschoss sind die Unterrichtsräume eingerichtet. Im Obergeschoss, der früheren Wohnung, befindet sich das „Stille-Nacht-Museum“ Arnsdorf. Das Schulhaus wurde kürzlich in originalgetreuen Zustand erneuert. So auch die alte Wallfahrtskirche, in der Gruber den Organisten- und Mesnerdienst versehen hat.

Der Wohnraum von Franz Xaver Gruber

Das Museum verfügt über vier Räume und einen Flur, der ebenfalls für Ausstellungszwecke verwendet wird. Die Räume sind thematisch gegliedert und erzählen mit ihren Exponaten über den Lehrer Gruber im Klassenzimmer, den Mesner Gruber im Raum mit der bedeutenden Krippenausstellung, der Küche als Lebensraum für die Familie, einen Raum für Wechselausstellungen, bei denen einzelne Schwerpunktthemen angesprochen werden. Die frühere Wohnung vermittelt ein anschauliches Bild vom einfachen Leben eines Dorfschullehrers. Neben Gegenständen des persönlichen Gebrauchs wird auch das originale Lehrerpult Grubers gezeigt. Während einzelne Exponate und vor allem Schriften Originale oder Kopie von Originalen von Gruber sind, ist mancher Einrichtungsgegenstand der Zeit um 1820 nachempfunden.

Rundgang mit vielen Informationen

Schwerpunkt eines Museumsbesuches, der angekündigt werden sollte, sind die mündlichen Darlegungen des Kustos, der aus einem reichen Wissen um Lied, Liedentstehung, Rezeption und auch die Kirchengeschichte von Arnsdorf schöpft. Der Besucher spürt die Atmosphäre, in der Gruber vor nunmehr 200 Jahren hier gelebt hat. Das Gefühl, mittendrin zu sein, zeiht von Raum zu Raum weiter. Der Rundgang beginnt im Krippenraum. Die rund 250 Jahre alten orientalischen Krippenfiguren binden auch die Menschen von hier ein, wie Bauern in ihren Trachten und die Schiffer von Oberndorf. Sie eilen von zwei Seiten auf das Heilige Paar zu, das vor diesen in einer Krippe liegt. Der Rundgang setzt sich in den sogenannten Raum für Wechselausstellungen fort, in der permanent wechselnde Ausstellungen zu Themen gebracht werden, die besonders in Detail gehen. Am Flur ist die Szene aus die „Hochzeit zu Kana“ ausgestellt. Hier werden auch Schriften zum Museum angeboten. Der historische Klassenraum beherbergt ein altes Klassenzimmer mit entsprechender Einrichtung. Im Wohnraum befinden sich eine einfache Kücheneinrichtung mit Kasten und ein offener Kamin.

Krippe im Museum Arnsdorf: sie wurde von Gruber betreut

Franz Xaver Gruber begann mit 19 Jahren seine Laufbahn 1807 als Lehrer. Nicht ohne Schwierigkeiten: Die „Lehramtsprüfung“ , die er in Ried im Innkreis, Oberösterreich, abgelegt hatte, galt nicht für das damals selbstständige Salzburg und so musste er diese auch in Salzburg nochmals ablegen. Er hatte zu Beginn keine Wohnmöglichkeiten und beschwerte sich, weil die Lehrerwohnung durch die um 13 Jahre ältere Witwe mit zwei Kindern seines Vorgängers besetzt war. Man riet ihm kurzerhand, die Witwe zu heiraten. Damit war allen geholfen: Gruber, der den Lehrerposten mit der Wohnung erhielt, der Witwe, weil sie einen Mann bekam, und dem Staat, weil er die Witwe nicht mehr versorgen musste. Gruber übernahm auch den Organisten- und Mesnerdienst in der Wallfahrtskirche, zu den beliebtesten zählte. 1816 wurde Gruber auch Organist in Oberndorf, der neuen Pfarre in der Nähe. 1825 starb seine erste Frau, ein Jahr später heirateten er und Maria Breitfuß.

Die Wallfahrt „Maria im Mösl“, Arnsdorf, gehört zu den ältesten Wahlfahrten